Schneller, einfacher, online: Landkreis Kassel führt digitales Baugenehmigungsverfahren ein
Landkreis Kassel. Der Landkreis Kassel geht einen wichtigen Schritt in Richtung moderne Verwaltung: Seit dem 1. März 2026 werden alle Bauanträge ausschließlich online entgegengenommen. Das bedeutet: Wer im Landkreis Kassel ein Haus bauen oder umbauen möchte, reicht seine Unterlagen künftig komplett elektronisch ein. Das gesamte Baugenehmigungsverfahren läuft damit vollständig digital ab, was die Abläufe für alle Beteiligten vereinfachen und beschleunigen soll.
„Digitale Verwaltungsprozesse sind heute ein absolutes Muss für eine moderne und bürgernahe Kommunikation“, betonen Landrat Andreas Siebert und Baudezernent Thomas Ackermann. „Das Baugenehmigungsverfahren ist dabei eines der komplexesten in der Verwaltung. Ich bin stolz, dass der Landkreis Kassel als Pilotkommune von Anfang an dabei war und unsere Bauaufsicht nun eine der ersten ist, die Bauanträge ausschließlich online entgegennimmt“, ergänzt Landrat Andreas Siebert. Damit vervollständigt der Landkreis Kassel sein elektronisches Serviceangebot im Bereich Bauen. Bereits seit Längerem konnten Anträge für Grundstücksteilungen, Auskünfte zu Baulasten und Genehmigungsfreistellungen online gestellt werden.
Möglich wird dies durch das Bauportal Hessen, eine zentrale Online-Plattform des Landes. Hier können sich Bürgerinnen und Bürger, Architekten, Bauunternehmen und alle weiteren am Bau Beteiligten registrieren und ihre Anträge bequem von zu Hause oder dem Büro aus einreichen. Das Portal wurde von ekom21 im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum entwickelt. Egal ob kleiner Anbau, Einfamilienhaus oder gewerbliche Halle – alle Bauanträge im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Kassel müssen ab März 2026 elektronisch über dieses Portal eingereicht werden. „Der Schritt zur digitalen Bauaufsicht im Landkreis Kassel ist auch von großer Bedeutung, da der Landkreis neben den vielen zu beteiligenden Akteuren auch seine 28 kreiszugehörigen Kommunen in der digitalen Transformation begleitet“, unterstreichen Ulrich Staiger, zuständiger Referatsleiter Baurecht im Wirtschaftsministerium, und der Gesamtprojektleiter Simon Sauerbier von der ekom21.
Die Umstellung bringt viele Vorteile für alle Beteiligten: Antragsteller wie Architekten und Bauingenieure werden von einem Assistenten durch den Prozess geführt. Das erspart nicht nur mehrfaches Ausdrucken, unzählige Unterschriften und lange Postwege. Auch der Bearbeitungsstand ist jederzeit online einsehbar, und das gesamte Verfahren bis zur Genehmigung läuft komplett elektronisch und ohne Medienbrüche ab.
„Wir waren bereits im Oktober 2024 die erste Bauaufsicht in Hessen, die Teilungsanträge digital bearbeitet hat. Seitdem haben wir unser Online-Angebot kontinuierlich ausgebaut“, erklärt Tim Rüddenklau, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt. „Wir freuen uns sehr, dass wir nach vielen Monaten der Vorbereitung nun auch das gesamte Baugenehmigungsverfahren elektronisch anbieten können.“ Die elektronische Bearbeitung betrifft nicht nur das Bauamt selbst, sondern auch viele andere Behörden und Kommunen, die bei einem Bauvorhaben Stellung nehmen müssen. Dazu gehören Fachämter innerhalb der Kreisverwaltung, wie Naturschutz oder Denkmalschutz, aber auch alle 28 Städte und Gemeinden im Landkreis.
Um einen reibungslosen Start zu gewährleisten, gab es im Februar intensive Informationsveranstaltungen für alle beteiligten Fachbereiche und Bauämter. „Dieser intensive Austausch war uns besonders wichtig, um von Anfang an eine hohe Akzeptanz für das neue Verfahren bei allen Beteiligten zu schaffen“, ergänzt Baudezernent Thomas Ackermann.
Mit diesem Schritt setzt der Landkreis Kassel ein klares Zeichen für eine moderne, transparente und bürgernahe Verwaltung in der Zukunft.
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Pressestelle LANDKREIS KASSEL, A. Shuhaiber


