„Besser zur Schule“: Schulmobilitätspläne für sechs Schulen im Landkreis


Landkreis Kassel. Der Landkreis und das Staatliche Schulamt für den Landkreis und die Stadt Kassel setzen sich für eine sichere, eigenständige und umweltfreundliche Mobilität ihrer Schülerinnen und Schüler ein. In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement (ivm) werden für sechs Schulen in den Kommunen Kaufungen, Ahnatal, Lohfelden, Niestetal und Vellmar integrierte Schulmobilitätspläne erarbeitet. Ziel ist es, sichere und umweltfreundliche Schulwege zu schaffen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Stärkung von selbstständiger und aktiver Mobilität der Schülerinnen und Schüler sowie auf der Förderung des Radfahrens an Schulen. 

 

 

 

Im Umfeld vieler Schulen entstehen insbesondere zu den Bring- und Abholzeiten hohe Verkehrsbelastungen. Kurzzeitiges Halten, Wenden und Parken sowie unzureichende Querungsmöglichkeiten führen häufig zu unübersichtlichen und gefährlichen Situationen. Der Landkreis Kassel als Schulträger und das Staatliche Schulamt Kassel begegnen diesen Herausforderungen, indem sie ihre Schulen aktiv bei der Umsetzung von Schulmobilitätsplänen unterstützen.  

 

 

 

"Ich freue mich, dass wir gezielt Maßnahmen ergreifen, um Schulwege sicherer und aktiver zu gestalten", berichtet Andreas Siebert, Landrat des Landkreises Kassel. "Unser Ziel ist es, sichere Rahmenbedingungen zu schaffen, damit mehr Schülerinnen und Schüler ihren Schulweg eigenständig, zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem ÖPNV zurücklegen können." Dem schließt sich Dr. Christina Grebe, Fachbereichsleiterin Servicezentrum Regionalentwicklung, an: "Damit Schulwege sicher werden, braucht es die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Gemeinsam mit den Schulen, den Städten und Gemeinden, der Polizei und weiteren Partnern erarbeiten wir Konzepte, die den Verkehr besser ordnen und sichere Schulwege ermöglichen. Damit unterstützen wir seitens des Kreises auch die Erarbeitung qualifizierter Schulwegpläne." 

 

 

 

Auftraggeber des Projekts "Besser zur Schule" ist die ivm mit vollständiger Kostenübernahme durch das Land Hessen. "Die Schulmobilitätspläne vereinen eine Vielzahl von gezielten Maßnahmen, die ineinandergreifen – von Infrastruktur und Verkehrsregelungen über Mobilitätsbildung bis hin zu organisatorischen und informativen Ansätzen. Sie sind individuell auf die jeweilige Schule und ihr Umfeld zugeschnitten", erklärt Heike Mühlhans, Geschäftsführerin der ivm. "Die Grundlage bilden fachlich begleitete Workshops, Ortsbegehungen und Mobilitätsbefragungen – stets im engen Austausch mit allen Beteiligten. Besonders wichtig ist uns dabei auch die Perspektive der Schülerinnen und Schüler – denn es geht um ihren Schulweg, ihre Sicherheit und ihre Selbstständigkeit." 

 

 

 

Die Erarbeitung von Schulmobilitätsplänen im Landkreis Kassel hat nun begonnen. Im Laufe des Jahres 2026 werden zunächst die Integrierte Gesamtschule in Kaufungen, die Helfensteinschule in Ahnatal, die Regenbogenschule in Lohfelden, die Astrid-Lindgren-Schule und die Wilhelm-Leuschner-Schule in Niestetal sowie die Grundschule Niedervellmar begleitet. Aufbauen kann der Landkreis bereits auf eine Vielzahl etablierter Maßnahmen zur Förderung sicherer und nachhaltiger Schulmobilität. Dazu zählen unter anderem Initiativen wie Busschulen an Grundschulen oder die Ausbildung von Fahrzeugbegleitern an weiterführenden Schulen, der Ausbau von Radabstellanlagen, die Teilnahme am Wettbewerb Schulradeln sowie die Nutzung des Schulradroutenplaners. Ergänzend werden Schulwegtrainings und Radfahrausbildungen in Zusammenarbeit mit der Polizei angeboten, ebenso Aktionstage rund ums Fahrrad in Kooperation mit der Verkehrswacht. 

 

 

 

"Wenn wir den Fuß- und Radverkehr im Landkreis stärken, verbessern wir nicht nur Wege, sondern ganz konkret den Alltag vieler Familien", erläutert Annette Knieling, Amtsleiterin im Staatlichen Schulamt Kassel. "Gerade für Kinder ist das entscheidend: Wer sicher zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommt, bewegt sich mehr, gewinnt an Selbstständigkeit und lernt früh, aufmerksam und verantwortungsvoll am Verkehr teilzunehmen. Diese Erfahrungen begleiten sie ein Leben lang – und legen den Grundstein für eine selbstbewusste und eigenständige Mobilität." Christiane Lecke, Fachberaterin für Verkehr und Mobilität des Landesprogramms Schule & Gesundheit im Staatlichen Schulamt Kassel, die ihren Schulweg an das Wilhelmsgymnasium auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegt, ergänzt: "Das Auftaktgespräch markiert und initiiert unseren gemeinsamen Lern- und Entwicklungsprozess. Zusammen mit den beteiligten Schulen wollen wir die integrierten Schulmobilitätspläne nutzen, um passgenaue, klimafreundliche Lösungen vor Ort zu entwickeln. Unser Ziel ist es, aus diesem Prozess wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen und langfristig alle Schulen im Schulamtsbezirk daran teilhaben zu lassen. Die qualifizierte Unterstützung der Schulen sowie der Kommunen bei der Aktualisierung der Schulwegpläne ist dabei ein weiterer Pluspunkt und ein konkreter Schritt, junge Menschen bei der Entwicklung des eigenen nachhaltigen Mobilitätsverhalten zu unterstützen und bereits auf dem Schulweg Selbstwirksamkeit erlebbar zu machen." 

 

 

 

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Pressekontakt: L. Scharpen