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Wickenrode und seine Vertriebenen
Die Heimatvertriebenen hatten ein schweres Schicksal. Viele von ihnen verloren schon während des Krieges nahe Angehörige und wurden selbst Verfolgungen während und nach dem 2.Weltkrieg ausgesetzt. Der Verlust der geliebten Heimat und damit oft auch des gesamtes Vermögens bedeuteten, dass in neuer Umgebung ein neues Leben aufgebaut werden muss. Es ist schon erstaunlich, wie dies in den vergangenen Jahren gelungen ist.
Heute sind die Heimatvertriebenen fest in unserer Gesellschaft und insbesondere auch in unserer Gemeinde integriert. Die Umstellungsschwierigkeiten der ersten Jahre sind längst überwunden, Gegensätze zwischen Einheimischen und Heimatvertriebenen nicht mehr feststellbar. Am Aufbau und der Fortentwicklung unserer Gemeinde nach dem Krieg haben die Heimatvertriebenen einen entscheidenden Anteil. Wir müssen Ihnen für diese Leistung, die sie trotz schwererem Lebensschicksal erbracht haben, sehr dankbar sein. Bereits im Herbst 1945 beginnen auf Anordnung der Besatzungsmacht die Vorbereitungen zur Aufnahme von "Flüchtlingen". In einer Anweisung des Hauptquartiers der 7.US-Armee vom 19.10.1945 heißt es:"[…] es ist vorgesehen, dass bis zu einer Million Flüchtlingen bis März 1946 nach diesem Bezirk evakuiert werden […]". In Großhessen, das neben Baden-Württemberg zu dem Bezirk der 7.US-Armee gehört, sollen demnach 500.000 Personen aufgenommen werden. Gleichzeitig wird von den Landräten eine Liste angefordert, aus der hervorgeht, wie viele Flüchtlinge im Landkreis untergebracht werden können. Die Amtsbürgermeister der vier Amtsbezirke im Kreis Witzenhausen - Bad Sooden Allendorf, Großalmerode (hierzu zählte auch Wickenrode), Hess.Lichtenau, und Witzenhausen - werden angewiesen, mit den zugehörigen Ortsbürgermeistern alle Maßnahmen zu treffen und Wohnungsämter einzurichten. Bei der Erfassung des Wohnraumes sollte davon ausgegangen werden, dass voraussichtlich für jede Familie nur noch eine Küche und ein Schlafzimmer verfügbar bleiben. Damit werden der einheimischen Bevölkerung Opfer abverlangt, vor allem in der Einschränkung ihres gewohnten Lebensraumes. Von der Gemeindeverwaltung werden aber alle Anstrengungen unternommen, um die Aufnahme der zu erwarteten Menschen zu gewährleisten.
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