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Name und Umgebung des Dorfes
Der Ort und seine Namen: Hölßa - Hülsa - Hilsa - Hulßa - Hülza - Helze - Helsen, ab 1505 Helsa, ist vermutlich älter als seine Geschichte. Der Name Helsa wird abgeleitet von dem altdeutschen Wort "helan" und man kann dieses mit dem heutigen Wort "geborgen" gleichsetzen. Dazu kommt noch das germanische Wort "ahe" für Bach. Damit hat der Name Helsa den ebenso schönen wie treffenden Sinn "Geborgener Bach" oder "am Bach geborgen". Wenn man daraufhin die Lage unseres Dorfes betrachtet, so kann man wohl sagen, dass der Name damals gut gewählt worden ist. Wilhelm Emde schreibt über die Seitentäler der Helsaer Flurgemarkung, dass deren uns überlieferte Namen bereits auf eine sehr alte Geschichte hindeuten, und die mit zu den ältesten sprachlichen Urkunden dieser Gegend gehören dürften. Wir greifen zwei dieser Täler heraus und beginnen mit dem Hergesbachtal. Das Stammwort "Herges" wird von den meisten Orts- und Flurnamenforschern mit dem cheruskerischen Wort "Haruch" = heiliger, eingehegter Bezirk, in Verbindung gebracht. Nach der Übersichtskarte von H.A. Prietze "Das älteste deutsche Stammesgebiet" lag Helsa im Grenzgebiet des Cheruskerlandes. Das Ibachtal - eine Abkürzung für die älteren Bezeichnungen Idisbach und Isenbachtal - war der Göttin Idis geweiht. Idis ist nach Dr. Becks und Dr. L. Viereck die Freya - Frauwa = die Herrin und Fürsprecherin der Menschen. Im alten Niederdeutschen finden wir diese mütterliche Göttin Freia oder Frigga, Gattin des Altvater Wodan. Sie war die Göttin der Fruchtbarkeit und der Liebe, die Beschützerin der Ehe, war allen Menschen hold und wurde deshalb auch Holda oder Frau Holle genannt. Ihr Reich war der Meißner und das gesamte Umland. Nach der germanischen Mythologie fuhr sie in einem Wagen, der mit Katzen bespannt war, durch die Lüfte. Auf dem Meißner gibt es noch heute die Kitzkammer und den Frau Holleteich. In Eschenstruth gibt es die Flurbezeichnung "Hollenbach" und außerdem die Ortsbezeichnung "Hollstein" bei Lichtenau. In Wickenrode erzählt man verschiedene Sagen von dem Wirken und den guten Taten der Frau Holle. Bis in die heutige Zeit freuen sich die Kinder, wenn es schneit. Dann heißt es: "Frau Holle schüttelt ihre Betten!" Heute glaubt wohl niemand mehr an Sagen. Wenn man schon solche erzählt, dann sind es meistens Gruselgeschichten, Phantasiegeschichten und Erzählungen. Sagen sind heute zu Märchen geworden. Man sollte aber trotzdem, in unserer heutigen modernen Welt, sich einmal Gedanken darüber machen, wie die Menschen in alten Zeiten gelebt und dass sie unbedingt an ein höheres Wesen geglaubt und die Götter auf ihre eigene und verschiedene Art geehrt haben. Es lässt sich nichts Sicheres sagen über die Gründung des Ortes Helsa. Es wird jedoch angenommen, dass sie eng mit der Gründung des Klosters Kaufungen zusammenhängt. Dieses geschah durch die Kaiserin Kunigunde, die Gemahlin des sächsischen Kaisers Heinrich II im Jahre 1017. Die großartigen Geschenke, die der Kaiser seiner Gemahlin machte, bestanden in ausgedehnten Ländereinen und Waldungen, Dörfern, die weit über die Grenzen der heutigen Besitzungen des Stiftes hinausgehen. So gehörte auch Helsa zu den Stiftsdörfern. Die ersten Häuser sollen an der Losse gestanden haben, wurden vom Kloster Kaufungen gebaut, und zwar an der Stelle der Losse, welche noch heute "Biegen" heißt. Es sind aber keine schriftlichen Belege hierüber vorhanden. Helsa ist heute eines der schönsten Fachwerkdörfer des Kreises Kassel. Der Ort hat eine sehr wechselhafte und interessante Geschichte. Von den Dörfern seiner Umgebung unterscheidet er sich durch seine einmalige Lage. Helsa liegt in einem sehr engen Talkessel, eingebettet auf der einen Seite von rauschenden Buchen- und Tannenwäldern des Stiftswaldes und auf der anderen Seite des Kaufungerwaldes (Staatswald).

