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Nachricht an die Gemeinde Helsa

Geschichte von Wickenrode

Seit dem 01.08.1972 ist Wickenrode ein Ortsteil der Großgemeinde Helsa mit den ehemaligen selbständigen Gemeinden Eschenstruth und St. Ottilien. Bereits am 01.12.1970 hatten sich die Gemeinden Helsa und Wickenrode freiwillig zusammengeschlossen und führte den Ortsnamen Helsa-Wickenrode. Wickenrode liegt am Südrand des Kaufunger Waldes, auf halbem Wege zwischen Werra und Fulda, zwischen Kassel und Witzenhausen.

Wer sich ihm von Fulda und Losse her nähert, biegt in der Kerngemeinde Helsa in eine sanft geschwungene Senke ein, die nach Osten bis zur Passhöhe des Pfaffenberges stetig ansteigt. In viel verschlungenen Windungen sucht hier der Wedemannbach seinen Weg durch den Wiesengrund um weitere Zuflüsse aus den Seitentälern aufzunehmen. Ringsum die mauerumwehrte Kirche, die im Jahre 1786 erbaut wurde, stehen die schmucken Fachwerkhäuser neben einem neu gestalteten Ortskern. Böllenberg und Giesenberg, Buchberg und Sandberg rahmen das Bild ab. Nach Südosten geben Wald und Wiesen des Hirschberges den Hintergrund. In grauer Vorzeit füllte ein mächtiger Urwald das Tal, der aus sich selbst hervor wuchs und wieder in sich selbst verging. So war es noch als in den gesegneten Fluren des Kasseler Beckens, vor mehr als 3000 Jahren die Menschen der jüngeren Steinzeit bereits mit dem Hakenpflug den Boden ritzten und ihm die Saat anvertrauten. Zeugnisse der früheren Menschheitsgeschichte sind jedenfalls bisher nicht bei uns gefunden worden. Sicher scheint jedoch, dass schon in germanischer Zeit ein verwachsender Salztreiberpfad von der Werra zur Fulda durch unsere Fluren führte. Einzelne Jäger mögen auch ab und zu auf weiter Streife die Wildnis durcheilt haben, wurden aber hier nicht sesshaft. Erst als im Wandel der Jahrtausende mit dem Wachsen der Bevölkerungszahl das Siedlungsland in den fruchtbaren Flussebenen knapp wurde, erschallen in dem einsamen Waldlande am Wedemannbach die ersten Axtschläge, um den Forst zu roden, Haus und Stall zu errichten, den Wassern besseren Abfluss zu geben, Wiesen und Weiden zu verbessern und neues Fruchtland zu schaffen. Das mag um das Jahr 1000 n. Chr. gewesen sein, - vielleicht einige Jahrzehnte früher oder später- jedenfalls zur "Großen Rodungszeit", die im 8. Jahrhundert begann und bis zum 12. Jahrhundert dauerte. Während dieses Zeitraumes wurden die Wälder bis 60% des alten Bestandes vermindert.- Vielleicht war der "Honighof", von dem die Sage berichtet, die erste Siedlung im Tal. Vielleicht wurden auch von den jüngeren Bauernsöhnen, denen anderswo Grund und Boden fehlte gleichzeitig mehrere Höfe errichtet, die rings von bescheidenen Gärten, Wiesen und Feldern umgeben waren. Bald danach wird der Name der Ansiedlung entstanden sein. Wahrscheinlich hieß der erste oder angesehenste Bewohner Wiek, Wicke oder ähnlich, so nannte man nach ihm den Ort.

Bei zahlreichen anderen Dorfnamen mit der Endung "rode" ist es urkundlich belegt dass sie auf die gleiche Weise entstanden sind, z.B. Escherode und Benderode. Der Anfang war für die Siedler schwer, doch auch die kommende Bauerngeschlechter hatten in den folgenden Jahrhunderten gewaltige Arbeit zu leisten, um immer mehr Wald zu roden, Steine zu sammeln, aufzuschichten und abzufahren, neue Wiesen und neuen Acker zu schaffen zum Segen der Gegenwart und Zukunft. So wurde durch Schweiß und Schwielen das gegenwärtige Bild geschaffen.

Ins klare Licht der Geschichte tritt Wickenrode durch eine Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1293, die der Edelherr und Ritter Burghardus Cygenberc ausstellen ließ. Aus diesem Schriftstück ist ersichtlich, dass die Ritter von Zierenberg Wickenrode schon lange als Lehen des Klosters Kaufungen besessen haben. Damals war der Ackerbau die Grundlage des dörflichen Lebens. Auch weitere Urkunden aus den Jahren 1296, 1322, 1338, 1353, 1390, 1432, und 1433 nehmen nur Bezug auf die Landwirtschaft; andere Berufe werden nicht erwähnt. Bemerkenswert ist es noch, dass die Schreibweise des Ortsnamens mehrfach wechselt: Wigkenrode, Wickenrade, Wickinrode, Wiekenrade.

Wickenrode war landwirtschaftlich wohl immer ein armes Dorf. Die schmalen, vielfach sandigen, teils an steilen und steinigen Berglehen gelegenen Äcker brachten meist magere Ernten, zumal die Lage noch rau war und alle die modernen Mittel früher fehlten, mit denen heute der Bodenertrag wesentlich gesteigert wird.

Dazu kam ein beträchtlicher Wildschaden, denen wir dürfen annehmen, dass der Bestand an Hirschen, Rehen und Schwarzkitteln in den gewaltigen Wäldern ringsum ziemlich hoch war. Und wer sollte den Tieren der Wildnis das Äsen auf den Feldern verwehren? Die Jagdausübung stand das ganze Mittelalter hindurch und weit bis in die Neuzeit hinein nur den Fürsten und Herren zu. Unbarmherzig strenge Strafen trafen den Wilddieb und auf den Landmann, der in berechtigter Selbsthilfe dem überhand nehmenden Wild gegenüber zur Waffe griff. In den Zeiten der Hörigkeit mussten aber hiesige Dorfbewohner lt. Anordnung des Landesherrn stets einige Jagdhunde für ihn in Pflege haben und persönlich als Treiber an den Jagden teilnehmen. Schlimmer war es noch, dass die Kämpfe der Fürsten und Herren meist auf Kosten der Dörfer und ihrer Bewohner ausgetragen wurden. Wie häufig mögen bei ritterlichen Fehden Teile der Herden aus unserem heimatlichen Tal weggetrieben worden oder Bauernhöfe in Flammen aufgegangen sein, ohne dass Sagen oder Urkunden von dem Jammer und dem Elend der Geplünderten berichten. Der "Honighof" soll im "Sternenkrieg" (um 1400) zerstört worden sein, andere im großen Glaubenskrieg. Die zerfahrene Landstraße, der ehemalige Salztreiberpfad, war zur Heerstraße geworden, auf der Ritter und Knechte ins Tal gezogen kamen, oft zu Gewalttat, Brand und Mord. Auch die Pest und andere ansteckende Krankheiten hielten ihren Einzug. So hatte auch in der "guten, alten Zeit" das Leben seine Nöte und Schwierigkeiten. Andererseits wird auch der hiesige Bauer vom allgemeinen Wohlstand Nutzen gezogen haben. Wir dürfen nicht vergessen, dass das mittelalterliche Deutschland ein ausgesprochen reiches Land war, bis der Dreißigjährige Krieg es ausraubte, Handel und Wandel vernichtet und die Einwohnerzahl von rund 18 Millionen auf 5-6 Millionen verminderte. Manche Dorfbewohner werden in den Blütezeiten des Handels durch Vorspann auf der steilen löchrigen Straße zum Pfaffenberg ihre Einnahmen verbessert oder als Fuhrleute heimische und fremde Erzeugnisse durch Hessen gefahren haben. Aus späteren Zeiten ist bewiesen, dass Wickenröder mit ihren Gespannen nicht nur Alaun bis zur Fulda lieferten, sondern mit ihren Frachtwagen bis Schlesien und Holland, bis Riga und Frankreich gekommen sind.

In den frühesten Zeiten war jeder Hof "Selbsterzeuger" für allen Bedarf. In den arbeitsarmen Wintermonaten schnurrten morgens und abends überall die Spinnräder, um den Flachs und die Wolle der zahlreichen Schafe zu verarbeiten, und Webstühle klapperten in vielen Häusern. Was lag nun näher, da die Bevölkerung wuchs und die mageren Äcker nicht mehr alle Bewohner nähren konnten, als mit dem Webstuhl nicht nur für die eigene Kleidung zu sorgen, sondern die Erzeugnisse des häuslichen Fleißes zu tauschen oder zu verkaufen. So zog in die dörflichen Wohnstätten eine Hausindustrie ein, die für das heimische Wirtschaftsleben große Bedeutung gewann. Einer der ältesten Familiennamen in Wickenrode ist der Name Gunkel, der im Mittelalter Kunkel geschrieben wurde. Nach dem Buch "Unsere Familiennamen" von Dr. Linnharzt heißt das "Spinnrockenmacher". Der Name ist also ein Hinweist, dass schon in ältesten Zeiten, die Weberei in Wickenrode zu Hause war. Als um 1600 die Kirchenbücher beginnen, die erst mit der Umgestaltung der kirchlichen Verhältnisse aufkamen, zählten sie eine ganze Anzahl Leineweber auf, später auch Rasch- und Zeugmacher genannt. Es waren ganze Familien, die das Handwerk betrieben, die Webers, Peters, Hemmrichs und Scheffers. Als im 19. Jahrhundert Gewerbe und Industrie aufblühen, haben sich sogar zwei Tuchfabriken aufgetan. Die Obermühle ist dazu umgebaut. Ein größerer Betrieb ist noch die Kleim´-sche Fabrik, die zeitweise rund 70 Leute beschäftigte. Nach 1870 wurde sie leider stillgelegt. Inzwischen hatten andere Betriebe an Bedeutung gewonnen, die auf den heimischen Bodenschätzen beruhen: Ton, Sand, Lebererz und Braunkohle. Besonders bemerkenswert ist ein ganz neuer Gewerbezweig: die Glasmacherkunst. Im 14. und 15. Jahrhundert hielt sie vom Spessart her ihren Einzug in den Kaufunger Wald. Hier waren alle Vorbedingungen zur Glasherstellung gegeben: Sand, feuerfester Ton für den Bau von Öfen und Glashäfen und Holz als Brennmaterial und zur Gewinnung von Asche. In einem Gutachten von 1466 werden 8 Glashütten im Kaufunger Wald erwähnt. Die Wickenröder Kirchenbücher des 17. Jahrhunderts nennen eine Reihe von Namen, deren Träger Gläsner sind. Durch mehrere Jahrhunderte blühte das Gewerbe, bis der gewaltige Holzverbrauch den Wald und damit die Jagd gefährdete. Daher wurde um 1600 herum die Zahl der Hütten herabgesetzt. Einer der tüchtigsten Glasmacher seiner Zeit muss der Meister Hans Liphard aus Wickenrode gewesen sein, der zu wenigen gehörte, die ihre Glashütte nicht zu schließen brauchten. Rechnungen aus der Zeit vor und nach 1600 geben einen kleinen Überblick über sein Schaffen. Stadtverwaltungen, Zünfte und Gilden wurden von ihm beliefert. In Kassel, Darmstadt, in Bremen und Marburg war dieser befähigte Mann durch seine Kunst bekannt. Doch auch andere Glasmacher brachten durch Fleiß und Tüchtigkeit ihren Namen und Wickenrode zu hohem Ansehen. Die Copulationsregister von 1724-1729 nennen noch 20 Glasmacher, darunter 13 Meister. Einzelne Wickenröder Gläsner machten ihr Wissen sogar in anderen Ländern nutzbar und errichteten dort Glashütten.
Ähnlich bedeutungsvoll wie die Glasmacherei für Wickenrode war die Alaunrösterei oder -Siederei. Dieses Doppelsalz besteht aus schwefelsaurem Kalium und ebensolchem Aluminium. Es wurde aus diesem Lebererz gewonnen, das sich als Zwischenschicht in der Braunkohle des Hirschberges findet. Die ersten Anfänge gehen auf das Jahr 1753 zurück, als Landgraf Wilhelm von Hessen einem Herrn Ebel die Anlage eines Kohlen- und Alaunbergwerkes gestattete. Im Jahre 1690 errichtet Engelhard Noll in der Johanniswiese ein Alaunwerk, das zwar mehrfach den Besitz wechselte, sich aber doch bis 1876 einer ziemlich gleich bleibenden Blüte erfreute. Das Verfahren zur Gewinnung des Alauns war umständlich und mit gesundheitlichen Gefahren für die Arbeiter verbunden. Doch fand eine große Anzahl von Menschen hier dauernd ihr Brot. Einer der tüchtigsten Alaunbergmeister war Andreas Gunkel, der von 1820-1840 wirkte. Während einer besonderen Blütezeit waren rund 200 Leute im Werk tätig. Damals wurde auch Soda, Schwefelsäure, Eisenvitriol und Ultramarienblau in bedeutenden Mengen gewonnen. 1849 ließ man die Alaunproduktion fallen. 1876 kam neben der Tuchfabrik auch dieses Werk zum Stillstand. Das brachte natürlich Arbeitslosigkeit mit sich. Das Stricken von Wolljacken, Strümpfen und ähnlichen in Heimarbeit, konnte dafür nur einen geringen Ausgleich bieten. Ein beweis dafür ist das Sinken der Einwohnerzahl, die im Jahre 1875=1136 Personen betrug, 10 Jahre später war sie unter 1000 gesunken. Als Folge der Stilllegung der Betriebe waren einzelne Familien verzogen, teilweise nach Amerika ausgewandert.

Von den Handwerksbetrieben wären noch die Töpfereien zu erwähnen, die ebenfalls vielseitig waren. Besonders Bedeutung hatten zeitweise die Krüge- und Pfeiffenmachereien. Die "lange Tabakspfeiffen" waren wichtige Erzeugnisse und wurden über Holland bis nach Amerika verschickt. Im Jahre 1778 gibt der Rectificatore -Steuereinnehmer- Graff aus Kassel durch eine "Spezialbeschreibung der Dorfschaft Wickenrode" einen guten Einblick in die bestehenden Verhältnisse. Damals befinden sich unter 679 Einwohner 10 "Lange Tabakpfeiffenmacher"; daneben zählt er die übrigen Berufe auf: 1 Fleischer und Gast wirt, 2 Bäcker und Schnapsbrenner, 4 Müller, 8 Zimmerleute, 1 Maurer, 5 Hufschmiede, 4 Schneider, 2 Töpfer, 11 Zeugmacher, 22 Leineweber, 1 Büttner, 1 Pottaschesieder, 2 Salztreiber, 35 Bergarbeiter und 15 Geschirrhalter. Letztere fanden reichliche Arbeit durch den Transport der Erzeugnisse des Alaunwerkes zur Fulda, das zu dieser Zeit 50 Männer beschäftigte. Ackerbau und Viehzucht sind trotzdem immer noch die Grundlage des dörflichen Lebens. Neben 17 Pferden werden 28 Ochsen und 194 Kühe ohne Rinder und Schafe gehalten. Neben dem Lebererz zur Alaungewinnung wurde schon länger Braunkohle abgebaut. Größere Bedeutung erlangte die Gewinnung derselben im 19. Jahrhundert Bals nach 1800 gründete der Minister Barin Friedrich Sigimund Waitz von Eschen das Faulbacher Braunkohlen- und Alaunwerk, und 1815 erwarb sein Sohn Karl Sigismund das ältere Werk am Hof Hirschberg. Von nun an nahm der Bergbau auf Kohle unter fachmännischer Leitung einen stets größer werdenden Umfang an und gab vielen Wickenrödern dauernde Arbeit. Glückliche und trübe Bilder sind es, die an unseren Augen vorüberziehen, wenn wir die Geschichte von Wickenrode verfolgen. Die dunkelsten Stunden brachten die Jahre, wenn Kriegstürme über unser Vaterland hinwegbrausten. Mit ungezählten anderen Ortschaften teilte Wickenrode während des Dreißigjährigen Krieges das gleiche Schicksal. Besonders schlimm war es 1627, als die Kroaten das Dorf schwerstens brandschatzten. Ein anderes blutiges Jahr war 1631, wo Tillis Truppen übel hausten. Auch 1637 wird als eines der schrecklichsten Jahre genannt, als neben Eschwege und Lichtenau auch Wickenrode entsetzlich geplündert wurde. Die Dorfbewohner flüchteten vielfach in die alten Schächte des Bergwerks am Hirschberg und retteten dadurch wenigstens das Leben. Es scheint, dass die Einwohnerzahl nicht so ungeheuerlich dezimiert worden ist, wie vielfach in ähnlich großen Dörfern. Bald nach dem Kriege klapperten wieder 3 Mühlen. Weitere Leiden brachte der Siebenjährige Krieg (1756-1763) mit sich. Wieder gab es Raub und Plünderung Leid, Not und Tränen. In sieben Jahren werden 239 Beerdigungen gezählt. Das ist nur erklärlich durch Unterernährung, Totschlag und ansteckende Krankheit als Folge des Krieges. Aus den Jahren 1770/71 wird von großer Teuerung und Hungersnot berichtet. Die Einführung der Kartoffel um diese Zeit hat solche Nöte später gemildert.

Selbst der Nordamerikanische Unabhängigkeitskrieg (1775-1783) schlug seine Wellen bis in unser Dorf. Wickenröder Jünglinge gehörtem zum Korps, das der hessische Landgraf an England verkaufte. Es fielen in diesem Kampf: Georg Schilling, Georg Schäffer, Johannes Jost, Mathias Koch und Johannes Burhenne. 1791 gehörte auch ohne Krieg zu den dunkelsten Jahren, denn die "Rote Ruhr" raffte 52 blühende Menschenleben hinweg. Die Freiheitskriege forderten ebenfalls 42 Opfer. Auch am Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 waren wiederum Wickenröder beteiligt und Gefallene zu beklagen. Der 1. und 2. Weltkrieg sah naturgemäß Soldaten aus unserem Heimatdorf an allen Fronten. Im 1. Weltkrieg sind 41 und im 2. Weltkrieg 66 Gefallene zu betrauern. 38 Soldaten gelten aus dem 2. Weltkrieg immer noch als vermisst. Die Namen der Gefallenen und Vermissten stehen eingemeißelt auf dem Ehrenmal. Glücklicherweise blieb unsere engste Heimat von Bombenangriffen verschont und wurde bei Kampfhandlungen in den letzten Kriegstagen nicht beschädigt. Trotzdem haben wir vier Menschenleben zu beklagen, die einem Bombenangriff auf Kassel zum Opfer fielen. Am 7.April 1945 wurde Wickenrode von den Amerikanern besetzt. Leider forderten Ausschreitungen durch aufrührerische Fremdarbeiter noch das Leben von 2 Männern unserer Gemeinde.

Eine große Zahl von Einwohnern aus Kassel und anderen Orten fand während der Zeit der Bombenangriffe bei uns sichere Zuflucht. Nach Kriegsende kam eine größere Zahl von Heimatvertriebenen aus dem verlorenen Osten nach dem Sudetenland zu uns und fand hier entgegenkommende Aufnahme. Wickenrode erreichte im Jahr 1967 dich höchste Einwohnerzahl mit 1733 Personen. Heute beträgt sie 1596.

Nach dem Zusammenbruch von 1945 bemühte sich eine neue Gemeindeverwaltung unter Mitwirkung der gesamten Bevölkerung, das dörfliche Leben wieder in normale Bahnen zu bringen. Nach der Währungsreform im Juni 1948 spürte man auch in Wickenrode den Willen hierzu. Insbesondere wurden größere Baugebiete ausgewiesen, um mit dem Bau von Wohnungen der großen Wohnungsnot zu begegnen.