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Nachricht an die Gemeinde Helsa

Die Anlage

Besonderheit und Wahrzeichen des Dorfes ist der Kirchturm...

Besonderheit und Wahrzeichen des Dorfes ist der Kirchturm, der in einigen Schritten Entfernung von der Kirche Helsa steht. Beide sind Teil einer Wehranlage. Innerhalb der Wehrmauer lagen der Friedhof und die nach Osten ausgerichtete Kirche. Der Glockenturm liegt am nordwestlichen Eck dieses Walls. Nach der Erbauung gelangte man wohl nur durch das doppelte Tor des Kirchturms in den Verteidigungsring. Die Absicht, "in Zeiten der Bedrängnis die bewegliche Habe geradewegs auf den Kirchhof zu fahren," ist - wie Holtmeyer schreibt - nicht zu erkennen. Im neunzehnten Jahrhundert wurde ein zweiter Zugang zur Kirche angelegt, eine Treppe, welche direkt zum Kirchenschiff führt.
Die Treppe teilte den (dreieckig angelegten) Platz um die Helsaer Gemeindelinde, welche seit altersher mit einer Hecke, einem Zaun oder einer Mauer von den Straßen abgegrenzt wurde. Dieser Raum diente der Gemeinde als Versammlungsplatz. Anfang dieses Jahrhunderts säumten vier mächtige Linden diesen Platz. Grund hierfür war die Errichtung des Denkmals für die Gefallenen des 1.Weltkriegs, das im Jahr 1928 in Form eines Sarkophags eingeweiht wurde. Zur Umrahmung des Sarkophags wurden vor dem Kirchturm zwei Mauern errichtet.

Die Führung dieser äußeren Mauern wurde im Laufe der Zeit wiederholt geändert. Die letzten Baumaßnahmen fanden (im Jahre 1983/84) während des Ausbaus der Berliner Straße (B 451) und der Friedrichsbrücker Straße statt. Bei letzterer fand man beim Abriss von Teilen der alten Kirchhofsmauer historische Münzen. Sie fielen einem Polier auf, als der Baggerfahrer mit der Schaufel das Erdreich an der Kirchhofsmauer bewegte. Bei den Münzen handelt es sich, so die Einschätzung von Dr. Niclot Klüssendorf vom Landesamt für geschichtliche Landeskunde, um sächsische Groschen, im 14. und 15. Jahrhundert das übliche Zahlungsmittel in Sachsen und Thüringen. Das damalige Mitteilungsblatt gibt genauere Jahreszahlen: Die Münzen stammen demnach aus dem Jahre 1406 und wurden um 1410 vergraben. Möglicherweise handelt es sich um vergrabene Ersparnisse. Aber das Alter legt die Vermutung nahe, dass die Münzen beim Bau der Kirchhofsmauer in das Fundament gegeben wurden (die Münzen lagen am südwestlichen Rand der ursprünglichen Kirchhofsmauer).