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Nachricht an die Gemeinde Helsa

Das Kirchenschiff

Das rechteckige Schiff der Kirche ist 12,90 m lang und 11,50 m breit. Die gesamte Anlage verweist auf die späte Gotik (also wieder auf das 14. Jahrhundert).
An den Längsseiten des Schiffes befinden sich je zwei Spitzbogenfenster. In deren Verlängerungen wurden nach Einbau der Seitenemporen kleine rechteckiger Doppelfenster eingelassen, um die Empore zu beleuchten. An der Westfront, wo der Kircheneingang liegt, wurden die ursprünglichen spitzbogigen Fenster "im Renaissancestil zu postenlosen Lichtöffnungen mit Flachbogenabschluss verändert". Auf diese Veränderungen, welche die gotische Kirche mit Stilelementen der Renaissance versah, bezieht sich die Inschrift über dem Portal "SOLP DEO GLORIA: ANNO DOMINI 1593 DER HERR BEHÜTE DEINEN EINGANG UND AUS GANG VON NUN AN BIS IN EWIGKEIT PSALM CXXI M.D.X.H.X.H.T.F." Das Portal hat seine spitzbogige Form noch bewahrt. Zur neuen Innengestaltung gehören auch die vier Säulen. Die Renaissance verstand sich ja als Wiedergeburt der Antike und so waren gerade Säulen ein modisches Stilmittel. Die vier Säulen teilen das Schiff in drei gleichgroße Bereiche. In Holtmeyer "Bau- und Kunstdenkmäler im Reg. Bez. Kassel" erfahren sie eine schlechte Kritik: "Mehr von dem Willen, den modischen Stil mitzumachen, als vom Verständnis für die Säulenordnungen der Alten zeugt das überschlanke Verhältnis und die gehäufte Sockel- und Kapitelgliederung der vier Steinsäulen, die auf Unterzügen die flache Decke tragen." Von diesen - aber auch einigen weiteren - Veränderungen der Kirche zeugt der Dachstuhl. In dem Gebälk finden sich wiederholt leere Zapfenlöcher und Blattfalze. Ein Ständer stammt dabei sichtlich aus einem Privathaus. Denn man liest dort noch die Inschrift "VERTRAUET HATTE WVELL GEBAUETT. VOLKER BRAND…AENK JEGER": Das Dach des Gebäudes ist mit Biberschwänzen gedeckt. Der Fachwerkgiebel war zeitweise verputzt, ist inzwischen aber freigelegt.